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Thärichens Tentett
Ein kalter, windiger Tag dieser 6.Mai 2003. Ein Umstand, der für ein Konzert im Jazzkeller „Ursprung“ kaum von Bedeutung sein dürfte. Die Musiker spielen an diesem Tag jedoch zuvor open air auf der Parkbühne der IGA. Mit Freiübungen, die für die Besucher den Eindruck erwecken, als gehörten sie zum Programm des Tentetts, halten die zehn Künstler ihre Körpertemperatur und wohl auch die des Publikums konstant. Das hat mit Sicherheit auch etwas mit dem ungeheuren Spaß zu tun, den die Musiker rund um den Bandleader Nikcolai Thärichen haben und der musikalischen Botschaft der Combo: Thärichens Kompositionen und Arrangements sind intelligent und feinsinnig, doch vor allem mitreißend, bezaubernd, überraschend und unterhaltsam.
Wenngleich die spielstarke Truppe mühelos ein Freilichtpublikum auf großer Bühne unterhalten kann, gelingt es am Abend in intimerer Atmosphäre, alle Nuancen der Ausdrucksstärke der Combo deutlich werden zu lassen.
Thärichens Tentett erreicht es wie wohl nur wenige Formationen, ein Gemeinschaftsprodukt hörbar zu machen. Dabei geht es weniger um homogenen Klang und über viele Jahre geübtes Zusammenspiel, sondern vielmehr um jene charmante Bescheidenheit eines jeden Kollegen Thärichens, das eigene fantastische Handwerk der Idee der einzelnen Komposition, der Dramaturgie eines jeden Arrangements zur Verfügung zu stellen. Dabei hat jeder der Musiker das Zeug zu einem Solisten und Nicolai Thärichen gibt dem Einzelnen im Verlauf des Konzertes geschickt die Gelegenheit, das bei einem Solo zu zeigen. Aber selbst der Sänger Michael Schiefel nutzt seine Stellung als Frontmann nicht zur Selbstdarstellung. Wie seinen Kollegen sehen die Besucher ihm den großen Spaß an, die Vertonungen englischsprachiger Lyrik im Sinne des Bandleaders umzusetzen.
Vermutlich ist das ein Geheimnis des Erfolgs dieser außergewöhnlichen Band.
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