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“Der obligatorische Plattentipp muss heute leider entfallen“, erklärte Burkhard Struck den zahlreichen Gästen beim Bogart's Music Agentur im Ursprung. Nicht nur Beamte im Öffentlichen Dienst streiken heutzutage, auch die Musikanlage in der Kleinkunstbühne nahm am Dienstagabend eine Auszeit. Das war jedoch das Einzige, was an diesem Abend schief ging.Das Quartett „For Free Hands“ hatte sich angesagt, um einen interessanten Exkurs in eine neue facettenreiche Klangwelt des Jazz darzubieten. So, wie die Musiker aus verschiedenen Teilen Europas stammen Schweiz, Bulgarien und Deutschland-, so ist der Stil der Band zu beschreiben: ein Mix aus allen Bereichen der Musik. Ein unnachahmlicher Sound bot sich den Gästen, als nicht nur traditionelle Jazzinstrumente von der Bühne zu hören waren.Der gebürtige Schweizer Hans Hartmann spielte auf seinem zwölfsaitigen Chapmanstick . Das elektronisch verstärkte Instrument besitzt den Tonumfang einer Gitarre und eines Basses auf einem einzigen Griffbrett. Das macht dieses Instrument so außergewöhnlich und selten in der Musikszene. Der Bulgare Vladimir Karparov, der schon Preise in seinem Heimatland und im Balkan erhielt, spielte an diesem Abend die Klarinette und das Saxofon. Ergänzt von Schlagzeuger Maurice de Martin und Gitarrist Andreas Brunn präsentierten die vier Musiker eine eigenständige Form des europäischen Jazz.
Auch Elemente der Worldmusik und traditioneller Rhythmen, wie Polka und Walzer erlebten die Zuhörer.Alle vier sind keine Unbekannten in der Jazzszene. Sie begleiteten schon Größen wie Chat Baker, Herb Robertson und Attlia Zoller. Im Zusammenspiel begeisterten sie das Publikum und zeigten, wie weitgreifend Jazz heutzutage gespielt und gelebt werden kann.
MARKO LUPTSCHO – Ostseezeitung
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