Es
ist keine Seltenheit, dass Musiker in einer Jazzcombo auch
im klassischen Fach tätig sind. Die Mitglieder des Leipziger
Saxofon Quartetts spielen alle in klassischen Ensembles und
nicht in irgendwelchen. Das Leipziger Gewandhaus, die Staatskapelle
Dresden oder die Staatsoper Berlin sind ihre Wirkungsstätten.
Das exzellente Handwerk ist von der ersten Note an zu hören.
Die ausgefeilten Arrangements, zumeist aus der Feder des Gründers
der Band Rolf von Nordenskjöld, weisen Brillanz, Geschmack
und filigrane Einfälle auf, die ein diszipliniertes Spiel
erfordern.
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So
bekommt der Abend einen Konzertcharakter, der dennoch den Aspekt
der beschwingten Unterhaltung nicht vermissen lässt. Denn
schwermütig oder intellektuell sind die Botschaften der
fünf Musiker keineswegs. Unbekümmert und sympathisch
kommen Bernd Brückner und seine Kollegen auf der Bühne
daher, nicht nur beim Musizieren, sondern auch in Gesprächen
mit der Moderatorin Ines Delph. Ihnen ist die Freude auf das
Konzert und der Spaß an diesem Abend anzumerken. Das Publikum
erlebt einen homogenen Klang, der an Studioaufnahmen großer
Big Bands erinnert, in denen Bläsersätze Zuhörern
eindrucksvoll in Erinnerung bleiben. |
Dabei
gefällt das charmante Spiel der einzigen Frau der Combo,
Karola Elssner ebenso wie das des jüngsten Mitglieds,
Andre Bauer. Die Besucher von Bogart's Music Agentur erleben Alt-,
Bariton-, Tenor- und Basssaxofone und Musiker, die jeder solistisch
etwas zu sagen hätten. Doch weder Nordenskjöld,
selbst Leiter einer Big Band, Komponist und Arrangeur, Lehrer
an einer Musikhochschule und Gründer verschiedener Jazzformationen,
noch Frank Nowicky, Chef der Leipzigbigband und Arrangeur
oder Bernd Brückner, derzeitiger Bandleader des Quartetts
und Mitglied der Klaus Fischer Big Band unternehmen den Versuch
den besonderen und vermutlich für dieses Quartett charakteristischen
Klang aufzuweichen. Jeder in dieser Combo hat eine wichtige
und eigenständige Aufgabe und dennoch oder vielleicht
gerade daher ordnet sich alles Tun dem Ziel unter, ein musikalisches
Ganzes zu erzeugen. Dieses Moment scheint Bonus und Begrenzung
zugleich zu sein. Bonus, weil etwas entsteht, dass man selten
von Jazzformationen hört, in denen doch an der einen
oder anderen Stelle Profilierungsdrang Raum gewinnt und einzelne
Künstler näher ans Rampenlicht rückt. Begrenzung,
weil soviel Brillanz, Geradlinigkeit und Disziplin wenig Spielraum
für Überraschungen lässt. Das Publikum beschäftigt
das jedoch scheinbar nicht. Bewunderung und Aufmerksamkeit
machte sich im Club breit, man unterhält sich kaum und
wenn, nur gedämpft. Viele Gäste scheinen das Rauchen
zu vergessen oder für Nachschub an Getränken zu
sorgen.
Nicht nur die Tatsache, fünf Saxofonisten
vereint zu hören, was zweifellos nicht häufig vorkommt,
war für dieses bewundernde Interesse verantwortlich –
es war ohne Frage die Qualität, in der sich die fünf
Künstler vereinigten. Ein niveauvoller, unterhaltsamer
Abend.
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